Unternehmensgeschichte

Nach dem Ersten Weltkrieges (1918-1940)

Als Johan Schuitemaker sen. am Ende des Ersten Weltkrieges von der Truppe entlassen wurde, begann er mit seinem Bruder gegenüber dem Haus seiner Eltern in der Ortschaft Notter unter einem alten Heuschober eine Schmiede. Einige Jahre später zogen sie um nach Het Veer an der Gemeindegrenze Rijssen-Wierden an der Regge wo Sie ende Mai 1919 ein stück Land kauften. Dort haben sie gemeinsam eine Werkstatt errichtet, die sich zu einer Schmiede, einer Stellmacherei, einem Sägewerk und einem Handel mit Landbauwerkzeugen entwickelte. Es wurden Wagen aus Stahl und Holz und Sechskant-Hauben für Heuschober hergestellt. Darüber hinaus wurden Maschinen aus Deutschland importiert, und schon bald entwickelte sich der Handel mit verschiedenen Produkten für die Landwirtschaft.

Zweiten Weltkrieg (1940-1945)

Im Zweiten Weltkrieg musste Schuitemaker sein Geld hauptsächlich mit Instandsetzungsarbeiten verdienen. Zum Glück gab es hier damals viel zu tun. Nach dem Krieg setzte die moderne Mechanisierung der Landwirtschaft ein, und Schuitemaker wurde Vertragshändler für Traktoren und Melkmaschinen. Der Hufbeschlag war rückläufig, weil die alten Bauernwagen immer weniger verwendet wurden und an ihre Stelle gummibereifte Wagen traten.

Die 50er-Jahre – der große Erfolg von Schuitemaker

Die Erfolgsgeschichte von Schuitemaker Machines BV begann in den 50er-Jahren, als in den Niederlanden ein amerikanischer Allrad-Stalldungstreuer eingesetzt wurde, den Schuitemaker des Öfteren zur Reparatur bekam. Es war eine recht komplizierte Maschine, und die Reparaturen waren oft sehr zeitaufwändig. Unter anderem deshalb spürte Schuitemaker die Notwendigkeit und sah Möglichkeiten, einen besseren, aber vor allem einfacheren Stalldungstreuer mit zugleich erweiterten Fähigkeiten herzustellen. Auf einem geliehenen Reißbrett der lokalen Gewerbeschule zeichnete Johan Schuitemaker jr. einen neuen Wagen, für den ihm später in fünf Ländern das Patent erteilt wurde. Dieser Stalldungstreuertyp, der SMS 3000 mit dem bekannten geschlossenen Ölbad, war jahrelang das Flaggschiff von Schuitemaker Machines und legte den Grundstein für den späteren großen Erfolg des Unternehmens.

1963: der Umzug

1963 zog Schuitemaker mit allen 35 Mitarbeitern in das Industriegebiet „de Mors“ um, in dem es sich als eines der ersten Unternehmen niederließ. Ermutigt durch den großen Erfolg des Stalldungstreuers setzte Schuitemaker die Arbeit an neuen Entwicklungen und Konstruktionen fort. Durch gute Kontakte mit der Landbauschule Wageningen und dank der Weitsicht von Johan Schuitemaker jun. entstand der bekannte UTW (Universal-Transportwagen). Dieser Landwirtschaftsanhänger, dessen Plattform um 180 Grad gedreht werden konnte, konnte zu dieser Zeit als Ackerfahrzeug, Futterverteilerwagen und Silierwagen eingesetzt werden. In diesem System konnten nur Front- und Seitenwände aus Stahl verwendet werden. Bei deren Zulieferung gab es ständig Probleme, weil die Lieferanten die strengen Qualitätsstandards nicht erfüllen konnten, die Schuitemaker forderte.

1966: Die Kalt-Profilierwalze und ihre Bedeutung

Die anhaltenden Probleme mit dem Lieferanten der Stahl-Front- und Seitenwände nahm Johan Schuitemaker 1966 zum Anlass, nach Italien zu reisen, um dort eine Kalt-Profilierwalze zu kaufen, die wenig später in der Fabrik in Rijssen installiert wurde. Weil die Kapazität dieser Profilierwalze um ein Vielfaches größer war, als Schuitemaker sie zu diesem Zeitpunkt für die eigene Produktion brauchte, suchte man in jenen Jahren intensiv nach Fertigungsmöglichkeiten für Dritte, und das gelang. Deshalb stellt Schuitemaker jetzt auch seit vielen Jahren schon Stahl-Seitenbordwände für andere Landmaschinenfabrikanten her und haben auch Hersteller von LKWs und LKW-Aufbauten den Weg nach Rijssen gefunden. Auch alle DAF-Militärlastwagen, die wir heute auf der Straße sehen, sind mit Stahl-Seitenbordwänden aus dem Werk von Schuitemaker ausgerüstet.

1981

Ende der Siebzigerjahre nahm die Nachfrage nach mechanisierter Fütterung immer mehr zu. Der Feedo-Futterverteilerwagen wurde auf der Grundlage des bestehenden UTW-Entwurfs entwickelt. Inzwischen wird der Feedo weltweit verkauft und für verschiedene Anwendungen eingesetzt. Der Feedo bildet auch die Basis für die Cowa-Kompost-Verteilfahrzeuge. Noch immer ist der Feedo ein wichtiges Produkt in der Schuitemaker-Produktpalette.

1986

Schuitemaker hat den Kurzschnitt-Ladewagen Rapide auf den Markt gebracht, den ersten Wagen weltweit, der sich als Mehrzweckwagen bezeichnen darf. Der Rapide hat sich inzwischen zum wichtigsten Produkt von Schuitemaker entwickelt.

1996

Unter dem Einfluss der veränderten Dung-Gesetzgebung nahm in den Neunziger-Jahren die Nachfrage nach größeren Gülletanks und Gülle-Injektoren zu. Schuitemaker reagierte hierauf schnell mit Gülleverteilern und einem umfangreichen Paket an Gülletankwagen. 1996 erhielt das Unternehmen den LandbouwRAI Award für den Robusta Vario-Spoor-Pumptankwagen.

1998

Der letzte SMS 3000 wurde im Jahr 1998 produziert; insgesamt wurden mehr als 25.000 dieser Stalldungstreuer gebaut.

2000

Im Jahr 2000 gab es eine große Erweiterung. Durch das stetige Wachstum des Unternehmens war die Liegenschaft zu klein geworden. Neben einer neuen Fertigungshalle mit 1.500 m² und eine überdachten Lagerfläche von 1.000 m² erhielt auch das Bürogebäude ein zweites Stockwerk über dem vorhandenen Teil. Das Unternehmen erhielt so eine Gesamtfläche von 46.000 m², davon 12.500 m² bebaut.

2004

Die immer größer werdenden Maschinen erforderten mehr Platz in der Produktion. Auch für die entsprechenden Halbfertigprodukte wurde mehr Lagerplatz benötigt. Daher wurde eine Erweiterung um zwei neue große Hallen mit einer Gesamtfläche von über 4.400 m² beschlossen. Eine dieser Hallen wurde für die Herstellung und Montage von Sonderanfertigungen eingerichtet.

2007

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, machte sich Schuitemaker auf die Suche nach einem zweiten Unternehmenszweig mit Affinität zur Landwirtschaft. So wurde man im September 2007 Importeur für Epoke-Winterdienstgeräte.

2008

Schuitemaker ist erstmals mit seiner neuesten Entwicklung an die Öffentlichkeit gegangen: Dem Innovado, dem vollautomatischen Futtersystem. Unter fast 400 eingereichten Bewerbungen hat Schuitemaker die DLG-Goldmedaille für den Prototyp des Innovado erhalten. Beim Eröffnungsabend der Eurotier 2008 durfte Schuitemaker die Goldmedaille aus den Händen des deutschen Landwirtschaftsministers entgegen nehmen. Auch wenn der Innovado damals von Schuitemaker noch nicht als marktreif betrachtet wurde, durften doch alle bereits wissen, welch völlig neues Produkt Schuitemaker auf den Markt bringen würde. Inzwischen wurde weiter an der Entwicklung des Innovado gearbeitet...

2011

Der neue Rapide-Mehrzweckwagen kam 2007 heraus. In diesem Jahr gab es den Rapide seit 25 Jahren! Die aktualisierte Version bietet eine kompaktere, effizientere und technisch verbesserte Version des Rapide. Die Zufuhr wurde verbessert, Rapidflow, Rapidstream, was zu einem geringeren Verschleiß, Kraftstoffersparnis und einer besseren Struktur des Futters führt. Eingeführt in einer neuen Farbgebung. Die weißen Felgen und das anthrazitgraue Chassis verleihen den neuen Wagen ein unverwechselbares Äußeres. Der Rapide ist für die Zukunft gerüstet!

2013

Die ältesten Hallen des Werks am Morsweg in Rijssen wurden vollständig ersetzt. Außerdem wurde die Kantine gründlich renoviert und kamen zusätzliche Büroflächen hinzu. Der Umbau war unumgänglich, sorgt aber auch für eine Optimierung in den Produktionslinien.

2014

Auf der Eurotier 2014 wurde die Testversion des Innovado vorgestellt. Seit der Einführung des Prototyps im Jahr 2008 wurde dieses automatische Fütterungssystem weiterentwickelt. Das einzigartige Konzept des Innovado ist der vollautomatische Prozess von Holen, Mischen, Verteilen, Anschieben und ggf. Ergänzen von Futter und Zurückfahren. Neben den vorhandenen halbautomatischen Varianten ist der Innovado das einzige vollständig automatische Fütterungssystem. Einzigartig in seiner Art.

2016

Für eine optimale Produktion wurde in einem Schweißroboter investiert. Im Januar 2016 wurde dieser größte Schweißroboter der Niederlande in Betrieb genommen.

2018

Schuitemaker begann sein hundertstes Lebensjahr, auf dem Weg bis Ende Mai 2019 ...